Auf Buchjagd

Wenn der Lesestoff knapp wird

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Kann man genügend Bücher haben? Unsere Familie würde sagen: Nein! Never! Wir sind immer auf der Pirsch, es könnte uns ja ein Lesevergnügen entgehen! Und als Bücherbesitzer*in geht einem der Gesprächsstoff erfreulicherweise nicht aus - man kann nicht nur über die Bücher reden, sondern auch darüber, was man mit ihnen so erlebt. Wo man sie findet, wenn der Buch-Dealer des Vertrauens - der Lieblingsbuchladen - geschlossen ist.

Umzüge mit 8.000 Büchern sind eine spannende Sache. Man muss aufpassen, dass man seine Freunde bei Laune hält, wenn die Bücherkisten immer schwerer werden! Bücherregale kaufen verbietet sich bei solchen Buchmengen; die Regalböden sind viel zu weit auseinander. So eine Platzverschwendung! Gut, wer aus einer glücklichen Heimwerkerfamilie kommt: Bücher ausmessen - Höhe, laufende Buchmeter. Rechnen, planen. Nochmal nachrechnen. Baumarkt, fertig. ;-)

Bücher wohnen bei uns zweireihig, anders geht's nicht. Die schönen vorn, die zweite Reihe: zum Schätze wiederfinden. Sortiert nach Themen, Farben, Höhe, Geburtsjahr der Autor*innen. Stapel für Neueingänge, für: muss unbedingt gelesen werden! Man kann diese Stapel wunderbar für häuslichen Sport nutzen! Zwei Stapel, Besen quer und hüpfen...

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Wir stöbern gern auf Flohmärkten nach Überraschungsfunden. Leser*innen, die dort Bücher anbieten, sind meistens sehr erfreut, wenn ihre Schätze, die mangels Platz in die Welt hinaus reisen müssen, in gute Hände kommen! Auf der Basis kann man gut über den Preis verhandeln. Und sammelt kleine Glücksmomente!

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Als Studentin entdeckte ich eines Sonntags den Stand eines Antiquars - sonnenfunkelnde Schätze! Teuer! Fast eine Stunde lang blätterte ich in den Büchern und entschied mich schweren Herzens nur für eines. Beim Entgegennehmen des Geldes schaute mich der Antiquar versonnen an, lächelte dann und meinte: "Wer Bücher so liebt, dem schenke ich eine Million!" Diese Million - Notgeld aus den 1920ern - liegt natürlich in meiner Schatzkiste!

 

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Entlang der Seine in Paris gibt es die Stände der Bouquinisten, auch so eine Art Flohmarkt. Den Blick auf Notre Dame bekommt ihr dazu. Die Buchhändler waren im Mittelalter Reisende, die ihre Kisten zu den Kunden brachten. Ab dem 16. Jahrhundert begannen einige, sie verbotener Weise längere Zeit am selben Platz stehen zu lassen. Später wurde das erlaubt und zu einer Tradition. 


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In der Nähe lag die berühmte Buchhandlung von Sylvia Beach und Adrienne Monnier - Shakespeare and Company. Schaut euch mal Sylvias Lebensweg an! Sie war eine wagemutige junge Frau, die 1919 in Paris eine Buchhandlung eröffnete und außerdem zur Verlegerin wurde. Der irische Schriftsteller James Joyce hat seine Karriere zu großen Teilen ihrer Unterstützung zu verdanken. Buchhändler*innen sind Kulturbotschafter*innen!

 

Kleine Einblicke findet ihr hier. Foto: privat.

 Die Buchjäger*innen unter euch werden die ganzen lieben Fragen kennen, die man gestellt bekommt:
Hast du die alle gelesen? (Nein, sonst würde ich um Mitternacht, wenn die Buchläden geschlossen sind, ja nicht an neuen Lesestoff kommen!) 
Hast du ein eigenes Regal für deine Bücher? (Eins?)
Die hebst du doch nicht alle auf, oder? (Was soll man da nur antworten...!)

Eine Freundin von mir hat folgende Regel: Kommt ein Buch neu ins Haus, muss ein anderes gehen. Sie und ihr Mann sind Intensivtäter, was das Sammeln von Lesestoff anbelangt. Der Teenager-Sohn hängt Bettlaken vor die Regale, wenn seine Freunde kommen: "Ist ja peinlich, dass hier so viele Bücher herum stehen!"

 

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Also: Die Bücherliebe ist ein eigenes Universum. Von innen sieht's nett aus, von außen strange. Wo steht ihr? Wie sieht euer Bücherhimmel aus? Ihr habt doch hoffentlich einen... :-)

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