Gedichte. Ernst.
Das Virus. Li-An. Leo. Helene. Hanna. Anonym.
| Bild von Sumanleyxulx auf Pixabay |
Kann man direkt hintereinander über Glücksgefühle und die Schrecken von Covid-19 posten? Wir finden: Ja! Beides ist da. Gleichzeitig. Die ganze Bandbreite. Und das ist einfach so. Alles gehört zu unserem Leben dazu. Gefühlen kann man nicht ausweichen. Man kann sie verspüren; wahrnehmen wie stark sie sind. Und sie dann aufgreifen. Wie auch immer. Schreiben ist ein Weg von vielen. Li-An, Leo, Helene, Hanna und andere sind diesen Weg gegangen. Beeindruckend!
Covid-19
Wie Viele waren waren es?
Wie Viele? Entschlaft in seinen Armen
Wie Viele noch?
Seinen Fängen entkommen
Ein Versuch
Nichts
Seinen Armen entrinnen
Zweiter Versuch
Nichts
Eine kalte Hand um deine Kehle
Ein kurzer Kampf dann
Schwarze Stille
Wie Viele sind es nun?
Wie Viele? Entschlaft in seinen Armen
Wie Viele? Es werden weitere kommen
Wie Viele noch?
Wie Viele hält er in seinen Armen?
Wie Viele? Er hält sie gefangen
Wie Viele noch?
Seinen Fängen entkommen
Erster Versuch
Gescheitert
Seinen Armen entrinnen
Zweiter Versuch
Gescheitert
Gescheitert
Seiner kalten Hand entwischen.
Dritter Versuch.
Erfolg!
Wie viele haben es geschafft?
Wie Viele? Sie sind ihm entkommen!
Wie Viele? Weitere werden es schaffen!
Viele Weitere werden es schaffen!
(Li-An, 9MT)
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Schnell!
Beeilung!
Ich muss Los!
Er kommt! Es kommt!
Und ich brauch Papier für meine Klos.
Wo sind die Nudeln!
Wo ist der Reis!
Nix in den Regalen,
außer Schokoeis.
(Leo, 9MT)
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Social distancing
Ich muss alleine bleiben
Damit andere nicht leiden
Ich muss mich distanzieren
Um keine Ansteckung zu riskieren
Aber du, du machst weiter
Du infizierst
Du tötest
Du hälst uns zuhaus’
Der trist graue Alltag in Quarantäne
Ohne Menschen, ohne Liebe, ohne Nähe
Das ist was uns einsam macht.
Und doch haben wir die Kraft
Es gemeinsam zu überstehen
Und das Licht wiederzusehen.
(anonym)
| Bild von Kevin McIver auf Pixabay |
Covid-19
graue leere herzen
graue leere gesichter
graue leere straßen
die straßen leergefegt
gespenstische stille in den häusern
warten wir nicht eigentlich nur darauf, selber angesteckt zu werden?
eine fassade aus glücklichen gesichtern
graue leere seelen
graue leere augen
graue leere geschäfte
(Helene, 9MT)
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Es kommt
Hier steh ich nun
Und schau auf die Wand meines Sohnes, er ist so kühn
Die Wand ist sehr alt und olivgrün
Was soll ich jetzt tun?
Vor einem Tag da war's
Ich stand vor dem Regal
Und ich sah's
Mir war's ja egal
Ich stand vor dem Regal
Und ich sah's
Mir war's ja egal
Doch heut' denk ich darüber nach
Hätt' ich auch mehr kaufen sollen
'Nein ist alles nicht so wild' wie mir der Verkäufer versprach
Ganze Taschen hatten sie voll mit Toilettenrollen
Hätt' ich auch mehr kaufen sollen
'Nein ist alles nicht so wild' wie mir der Verkäufer versprach
Ganze Taschen hatten sie voll mit Toilettenrollen
Auf dem Heimweg überall Masken
Kann ich überhaupt noch ohne wohin?
Ich werd' mir welche bestellen und schlug auf die Tasten
Aber ist es wirklich so schlimm?
Kann ich überhaupt noch ohne wohin?
Ich werd' mir welche bestellen und schlug auf die Tasten
Aber ist es wirklich so schlimm?
Mein Sohn kam nach Haus
Und erzählte die Schule fällt aus
'Ist doch voll übertrieben' schimpfte er
Doch trotzdem freute er sich über den Schulausfall sehr
Und erzählte die Schule fällt aus
'Ist doch voll übertrieben' schimpfte er
Doch trotzdem freute er sich über den Schulausfall sehr
Er wollte mit Freunden gehen
Sie werden sich nen Film ansehen
ins Kino wollten sie
Es wird die junge Leute ja verschonen meinten die
Sie werden sich nen Film ansehen
ins Kino wollten sie
Es wird die junge Leute ja verschonen meinten die
Ich weiß nicht recht was soll ich tun?
Jetzt steh ich hier im olivgrünen Raum
Hinaus lassen kann ich ihn doch kaum
Bin verzweifelt nun
Jetzt steh ich hier im olivgrünen Raum
Hinaus lassen kann ich ihn doch kaum
Bin verzweifelt nun
(Hanna, 9MT)
| Bild von Gerd Altmann auf Pixabay |
Covid- 19, Danke für nichts
Ich wache auf wie jeden Tag,
mit den gleichen Sorgen, mit den gleichen Vorhaben.
Meinen Schrank habe ich lange nicht mehr geöffnet,
denn ich brauche mich ja nicht umzuziehen,
für wen denn auch?
Du spielst mit uns,
Du wütender Sturm besuchst uns im Wald,
reißt die ältesten von uns Blättern zuerst mit.
Es gibt keinen Weg dich zu hindern.
Du zwingst uns uns zu verstecken,
vor dir und vor dem Rest des Waldes.
Deine Wut lässt mich Tag für Tag auf meinem grauen Sofa sitzen,
und es gibt keinen Grund mehr noch Hoffnung zu haben.
Covid-19, Danke für nichts
(Anonym)
| Bild von cdd20 auf Pixabay |
Von Hamstern, Selbstsucht und Hygiene
Toilettenpapier ist ausverkauft,
überall sind Nudeln leer.
Läden fast wie ausgeraubt,
Von allem braucht man noch viel mehr
Hamster kaufen alles auf,
lassen nichts für andere mehr.
Sie machen einen Großeinkauf,
Als versorgten sie ein ganzes Heer.
Andere Werden nicht bedacht,
Wenn es geht ums eig'ne Wohl.
„Wer das Geld hat, hat die Macht.
ICH nehm' den letzten Blumenkohl.“
Munter kaufen sie die Masken weg,
Wenn doch andere sie brauchen,
Die haben‘s mit dem Atemweg.
Und Hamster tun sie nur behauchen.
Aus Panik wächst Rassismus und Hass,
Beschimpft wird man und angegriffen.
Auch ein Witz ist niemals Spaß.
Nur wenig Leute dies begriffen.
Wie schwarz die Herzen sein können,
Wie verdorben und nur ichbezogen,
Wie egozentrisch sie nur sich was gönnen,
Wie dunkel und verlogen.
Ein blaues Leuchten, Zuversicht.
Man baut nur auf Zusammenhalt.
Egoisten braucht man nicht.
Ist es vielleicht doch nicht Kalt?
Eine Mahnung noch zum Schluss.
Bleibt auch zuhause auf Distanz,
Hände schütteln ist kein muss
Bedenkt Hygiene und Toleranz.
(Li-An, 9MT)
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