#Mädchenleben
Heute und damals - total verschieden?
| Wie finden Mädchen ihren Weg? Image by Myriam Zilles from Pixabay |
Da sind diese drei Mädchen. Mitten im 19. Jahrhundert. Vor 200 Jahren. Das hat doch nichts mit dir zu tun! Oder?!
| Bild von Oberholster Venita auf Pixabay. |
Wie findet man seinen Weg im Leben? Was kann man selber entscheiden? Was - oder: wer? - setzt Grenzen, die vielleicht nicht richtig sind? Wenn du dein Leben mit dem vergleichst, das die drei Schwestern Charlotte, Emily und Anne gelebt haben, was fällt dir dabei auf? Welche Unterschiede gibt es, welche Ähnlichkeiten?
Ach ja, klar, du weißt noch nicht so viel über die drei. Wenn du mehr über sie erfahren möchtest, schau mal hier in ihre Biografien: Charlotte, Emily und Anne. Dort heißt es zum Beispiel über Emily:
Emily war Vaters Liebling. Bereits als Sechsjährige soll sie die Druckfahnen einer Predigt des Vaters korrigiert haben. Die Schule allerdings hat sie nicht lange besucht. Ein dreiviertel Jahr verbrachte sie in einem Pensionat für Pfarrerstöchter, wo ihre beiden älteren Schwestern an Schwindsucht sterben sollten. Eine Schule in Lawhill verließ sie rasch wieder, sie hatte Heimweh. 1837 wird sie hier für kurze Zeit unterrichten, und 1842 besucht sie, zusammen mit der Schwester Charlotte, ein Pensionat in Brüssel, wo ihr der Leiter »einen logischen Kopf und eine Fähigkeit zur Argumentation, ungewöhnlich selbst für einen Mann« attestiert.
| Familienleben vor 200 Jahren. Foto: privat. |
Mädchen besuchten damals nicht unbedingt regelmäßig die Schule. Berufsausbildungen oder Studium gab es nicht für sie, jedenfalls nicht so wie heute. Die "einfachen" Leute gingen in fremde Dienste und lernten dort, als Magd, Dienstmädchen oder ähnliches zu arbeiten. Frauen, die selbst ihren Lebensunterhalt verdienten, waren noch sehr selten. Das war auch nicht wirklich gewünscht. Frauen sollten sich um die Familie und das Heim kümmern, bescheiden und häuslich sein.
| Frau = Hausfrau? Die USA in den 50ern. Image by Oberholster Venita from Pixabay |
Pech nur, wenn man keinen Ehemann fand. Dann lebten die Frauen als arme Person ein Leben als unbezahlte Dienstbotin bei Verwandten oder versuchten, bei reichen Leuten eine Anstellung als Gouvernante zu finden. Das ist eine Mischung aus Lehrerin und Tagesmutter - mit langen Arbeitszeiten und wenig Anerkennung. Charlotte und Emily hielten das nicht lange durch.
Lehrerinnen durften übrigens lange Zeit nicht heiraten, Zölibatsklausel nannte sich das. Im Deutschen Reich wurde dieser Erlass 1880 eingeführt und erst 1957 (!) erklärte das Bundesarbeitsgericht, dass dies verfassungswidrig sei.
Es gab (und gibt!) also viele merkwürdige Regeln, die beeinflussen, welche Wege man einschlagen kann, was für Möglichkeiten einem offen stehen.
| Bild von Gerd Altmann auf Pixabay |
Wie sieht es bei euch aus, liebe Mädchen? Wenn ihr euch mit euren Brüdern, euren Mitschülern vergleicht - gibt es da Unterschiede? Dürft ihr alle dasselbe? Traut ihr euch auch dasselbe zu? Ein Lehrer eines Gymnasiums, auf das meine ältere Tochter ging, sagte mal zu mir:
"Wissen Sie, bei uns an der Schule profilieren sich die Jungen über Leistung und die Mädchen über ihr Aussehen."
Der Mann meinte das völlig ernst! Im Jahr 2009! Wie gut, dass viele Lehrer*innen selber Töchter haben! Das lässt hoffen. :-)
| Image by Pexels from Pixabay |
Deshalb: Schaut euch in dem Leben der Brontë-Schwestern um - damit ihr die Hürden, die andere für euch aufbauen, im Vergleich erkennen könnt. Und damit ihr euer Leben auch in die eigenen Hände nehmen könnt.
Die Schwestern waren mutig. Und das, obwohl sie häufig an sich gezweifelt haben. Mit ihrem Mut haben sie viel erreicht.
Können das Vorbilder sein?
| Bild von Christo Anestev auf Pixabay |
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