Ohren auf!
Oder: Lies mal wieder vor!
| Zum 18. Mal gibt es diese Initiative! Bild: Stiftung Lesen |
Wer von Euch mag es gerne, wenn vorgelesen wird? Wenn man gemütlich dahingekuschelt auf dem Lieblingsplatz sitzt und dem Klang einer Stimme lauscht, die die Buchstaben zum Leben erweckt? Mitfiebert, träumt, in Gedanken in die Ferne reist, andere bei Abenteuern begleitet...
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| Bild von b0red auf Pixabay |
Viele Jahrhunderte lang konnten nur wenige Menschen lesen; Vorleser:innen hatten daher eine große Bedeutung. Man ließ Briefe schreiben und sich vorlesen. Damals übernahmen die Schreib- und lesekundigen diese Aufgabe, heute genügt oft ein Klick im Internet - und schon wird der Inhalt der Seite vorgelesen. Podcasts sind beliebt - man kann sie hören, während man Auto fährt, abwäscht oder am Strand in der Sonne liegt. Hörspiele gehören für euch einfach zur Kindheit dazu.
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| Bild von Aline Dassel auf Pixabay |
Und doch ist es etwas anderes, ob da eine Datei abgespielt wird oder ob da jemand sitzt, der die Freude über das Buch teilt. Den man bitten kann, doch noch ein wenig länger zu lesen, auch wenn es längst Schlafenszeit ist - und der dann ebenso gespannt ist, wie es weiter geht, dass aus 'Okay, noch diese zwei Seiten!' am Ende doch noch zwei Kapitel werden. :-)
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| Bild von Mystic Art Design auf Pixabay |
Vorleser:in war und ist ein Beruf! Hättet ihr das gedacht? Reiche alte Damen der 'oberen Gesellschaft' hatten eine Vorleserin, die ihnen die Zeit vertrieb, indem sie die neuesten Romane vorlas. Auch heute werden Vorleser:innen gesucht. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Europa in vielen Ländern Volksbildungsvereine. Auch dort wurde das Lesen gefördert, weil die Arbeiter:innen mehr und mehr begriffen, dass Bildung ihnen half, für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen einzutreten.
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| Bild von Milu Černochová auf Pixabay |
In Manufakturen, in denen etwas hergestellt wurde (und es keinen Maschinenlärm gab), bezahlten die Arbeiter:innen oft gemeinsam jemanden, der ihnen vorlas. So wurden eintönige, ermüdende Arbeiten erträglicher. Man hatte Ablenkung und die Arbeit ging schneller von der Hand. Wenn man überlegt, wie gering die Löhne damals waren, begreift man, wie sehr das Vorlesen geschätzt wurde! Und warum gibt es an der Uni 'Vorlesungen'? Jetzt aber schnell mal recherchieren! ;-)
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| Bild von 愚木混株 Cdd20 auf Pixabay |
Fragt mal Eure Eltern, Großeltern oder Freunde, ob Ihnen vorgelesen wurde! Welche Erinnerungen gibt es dazu? In meiner Familie wurde immer schon viel gelesen - gerne auch für andere. Mal daheim bei Kerzenschein mit einem heißen Kakao in der Lieblingstasse, mal im schattigen Garten in einem kleinen Zelt, mal auf Ausflügen an besonderen Orten - denn ohne Bücher gehen wir nicht aus dem Haus! Und wo Bücher sind, kann auch vorgelesen werden!
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| Bild von congerdesign auf Pixabay |
Die Stiftung Lesen organisiert auch in diesem Jahr wieder einen Vorlesetag. Dort heißt es dazu:
Am 19. November 2021 findet der Bundesweite Vorlesetag bereits zum 18. Mal statt. In diesem Jahr stellen wir den Aktionstag unter das Jahresmotto "Freundschaft und Zusammenhalt" – denn Vorlesen verbindet. Vorleserinnen und Vorleser können ihre großen und kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf geografische und kulturelle Entdeckungsreisen durch die Länder unserer Welt und mit zu Menschen nehmen, die ganz unterschiedlich und doch so ähnlich sind. Dabei lässt das Motto viel Freiraum für eigene Gestaltung – ob mit mehrsprachigem Vorlesen, Liedern und Ritualen, Spielen oder Speisen aus verschiedenen Nationen. Vorlesen heißt, gemeinsam Neues zu entdecken und zu lernen, einander zu verstehen.
Seid Ihr dabei? Ihr seid doch dabei?! Und da auch ihr an die Corona-Regeln denkt, lest ihr natürlich dort, wo es möglich ist: in der Familie, in der Klasse oder Lerngruppe, online, am Telefon oder ihr verschickt Audiodateien an liebe Zuhörer:innen...
Wer Bücher liebt, der liest (vor)!






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